Auf Dauer gestellt – Das Weserrenaissance-Wasserschloss in Neuenheerse

2./3. Juni 2007
Westfalen-Blatt Nr. 126
Bad Driburg Brakel

Das Weserrenaissance – Wasserschloss in Neuenheerse ist nicht nur baulich ein Juwel. Konsul Manfred O. Schröder – der dienstälteste Honorargeneralkonsul Deutschlands – und seine Ehefrau Helga haben hier eine unglaublich umfangreiche Sammlung unter anderem von völkerkundlichen und jagdlichen Exponaten und Bronzefiguren ausgestellt.

Der frühere Regierungspräsident Walter Stich – bei vielen noch unvergessen – war es, der den in Dortmund lebenden Honorargeneralkonsul in den 80-er Jahren dazu überredete nicht nach Bayern, sondern sich im „kulturarmen Ostwestfalen“ ein repräsentatives Anwesen zu suchen. Dem mittlerweile 83-jähreigen Konsul ist es gelungen, das Wasserschloss Neuenheerse zu einem kulturellen Mittelpunkt auszubauen und Neuenheerse mit seinem Eggedom und anderen Sehenswürdigkeiten als touristisches Ziel noch attraktiver werden zu lassen.
Mit der jetzt ins Leben gerufenen Kulturstiftung Honorargeneralkonsul Manfred O. Schröder und Helga Schröder ist die Grundlage dafür geschaffen worden, die enormen Bemühungen des Ehepaars auf Dauer zu stellen. Denn als Schröder das Schloss von den Missionaren vom Kostbaren Blut kaufte, war es recht heruntergekommen: Teile des Gemäuers lagen im Schlossgraben, in der Westfront saß der Schwamm, durch das Dach tropfte das Wasser. Welche große Resonanz das Wasserschloss Neuenheerse genießt, wird am heutigen Samstag wieder deutlich. Dann werden der Konsul und seine Ehefrau mit der Weihung der 250 Jahre alten Nepomuk-Büste eine weitere wertvolle Skulptur der Öffentlichkeit zugänglich machen. Weihbischof Matthias König nimmt die Zeremonie vor, unter den hochrangigen Gästen ist auch US-General J.W. Nicholson.
Die Kulturstiftung steht in jeder Hinsicht auf einem soliden Fundament. So gewährleisten die Einnahmen aus dem Grundbesitz von Manfred und Helga Schröder aus der Sicht des Stiftungsvorstandes die Langlebigkeit des Unternehmens. „Viele ehemals große Stiftungen im Kreis Höxter stehen nach Inflation und Währungsreform
heute nur noch mit einem Euro zu Buche“, meinte Stiftungssprecher Karl-Heinz Menne, der ehemalige Bürgermeister von Bad Driburg. Ihre Gemeinnützigkeit wurde von den Finanzbehörden Anfang des Jahres anerkannt.
Auch personell ruht sie auf soliden Pfeilern: Im neunköpfigen Stiftungsvorstand, dem auch die beiden Stifter zu Lebzeiten angehören ist unter anderem Landrat Hubertus Backhaus vertreten, Vorsitzender des Kuratoriums ist Karl-Heinz Schwarze, ein engagierter Verfechter Neuenheerser Belange – nur um einige Beispiele zu nennen.
Man darf gespannt sein, wann und in welcher Weise die „Museumslandschaft“ im Wasserschloss sich verändert und Schritt für Schritt noch interessanter wird.