Bei Regen ins Museum – Wasserschloss Heerse bietet Führungen: Jagdkultur und afrikanische Kunst

06. September 2004
Neue Westfälische

Das Wasserschloss Heerse in Bad Driburg-Neuenheerse ist das ehemalige Abteigebäude des kaiserlichen freiweltlichen adeligen Damenstifts Heerse, gegründet im Jahr 868. Das Gebäude selbst stammt aus der Zeit um 1600 und prägt zusammen mit der Pfarrkirche St. Saturnina das Ortsbild.

Erst im letzten Jahr wurde es von *Honorargeneralkonsul Manfred O. Schröder aufwändig restauriert und erstrahlt seither in neuem Glanz. Das Wasserschloss beherbergt die große Privatsammlung der Familie Schröder, die mit außergewöhnlichem Engagement hier eine großartige kulturelle Bereicherung des Ortes und der Region geschaffen haben.

In drei großen Themenbereichen, Naturkunde, Ethnographie und Heimatkunde werden etwa 12.000 Exponate, gegliedert in geographische Provenienz, gezeigt.

Im zoologischen Forschungsmuseum befindet sich die Trophäen- und Tierpräparate-Sammlung. Sie ist eine der größten dieser Art weltweit und begeistert die Besucher regelmäßig mit Antilopen, Löwen, Büffeln, Bären und dem großen pazifischen Walross, das neben dem Eisbären eine der großen Attraktionen des Hauses darstellt.

Seit 1989 wird an der Museumseinrichtung gearbeitet. 1993 wurde der erste teil der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seither wird die Ausstellung stetig erweitert. Viele Besucher stellen fest, dass man bei einem einzigen Besuch gar nicht alles erfassen kann und kommen ein zweites oder drittes Mal. Zu den regelmäßigen Besuchern gehört zum Beispiel Prof. Dr. Jürgen Runge.
Direktor des Zentrums für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF) am Institut für physische Geographie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seit mehreren Jahren unternimmt Prof. Dr. Runge mit seinen Studenten Exkursionen in die Egge. Das Wasserschloss Neuenheerse steht mit seiner großen Afrikasammlung in diesem Jahr zum achten mal mit auf dem Programm. Wenn es seine Zeit zulässt, führt Honorargeneralkonsul Schröder die Gruppe selbst.
Die Erläuterungen der Objekte durch den Kenner und Sammler persönlich sind ein besonderes Erlebnis. Zwei wissenschaftliche Mitarbeiter stehen ihm ansonsten zur Seite und bringen den Besuchergruppen bei der Führung durch die vier Etagen in beiden Schlossflügeln die Exponate näher. Wer sich zu einem speziellen Thema informieren möchte, kann Themenführungen buchen. Hierzu bietet sich besonders die Abteilung Jagdkulur an. Dr. Josef Lammers, zuständig für die Jungjägerlehrgänge in der Kreisjägerschaft Höxter, nutzt regelmäßig mit seinen Kursteilnehmern den umfangreichen Bestand an Lehrbeispielen aus der heimischen und internationalen Jagd im Wasserschloss Neuenheerse.
Zur Sonderführung zum Thema Afrika gibt es einen zusätzlichen Sonderausstellungsbereich im Torhaus. Hier haben *Honorargeneralkonsul Schröder und seine Frau in vielen Dienstjahren für das westafrikanische Ghana eine große Sammlung afrikanischer Kunst zusammengetragen. In seiner Funktion hat der Schlossherr aber auch alle anderen Länder der Erde bereist und zeigt Geschenke und Erwerbungen aus bekannten und weniger bekannten Regionen der Erde, wie den Papua Neuguinea oder Pitcairn Island, dem Zufluchtsort der Bounty-Meuterer. Unter sachkundiger Führung erlebt man hier eine Reise um die Welt in etwa 1,5 Stunden.

Nachdem im letzten Jahr das Schloss grundlegend restauriert wurde, hat in diesem Jahr das Schlossgelände eine neue Pflasterung erhalten. Derzeit wird ein neues Gebäude errichtet, auf das der Museumsbetrieb demnächst erweitert werden soll. Die Pflege des alten Kulturgutes ist den Museumsgründern ein besonderes Anliegen, ebenso wie der internationale Kulturaustausch und der Umweltschutz. Daher ist die private Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich.
Jedoch ist durch die offene Art der Präsentation kein Einzelbesuch möglich, sondern nur eine Besichtigung in Gruppen. Ab 10 Personen kann eine Führung gebucht werden. Einzelpersonen oder kleinere Gruppen können Führungstermine im Büro unter Telefonnummer 05259-930 333 erfragen.