Exponat von Weltrang erreicht Neuenheerse

Die Kulturstiftung Generalhonorarkonsul Manfred O. Schröder und Helga Schröder ist hoch erfreut, eine einzigartige Neuerwerbung für die Vereinigten Museen im Wasserschloss St. Hubertus Heerse vorstellen zu können.

Die Statue des Bhima beeindruckt durch ihre Farbenpracht. In den Händen hält er seine typische Waffe: eine Keule.

Bei dem neuen Exponat handelt es sich um eine monumentale Holzstatue des Bhima, der eine zentrale Figur innerhalb der indischen Mythologie darstellt. Das bekannteste indische Epos, das Mahabharata (geschrieben zwischen 440 v. Chr. und 330 n. Chr.), erzählt von Bhima, dessen Familie und seinen Konflikten. Bhima ist der Sohn der irdischen Königin Kunti und dem Windgott Vayu. Er verfügt über übernatürliche Kräfte und ist ein Riese mit der Kraft von 10000 Elefanten. Sein Markenzeichen ist eine Keule, die er im Kampf kraftvoll einzusetzen weiß und mit der er viele Gegner wie den Dämonen Bakasura erschlägt. Am Ende des Epos reisen Bhima, seine fünf Brüder und ihre gemeinsame Ehefrau zum Götterberg Meru. Auf dieser Reise starben sie und gelangten in den Himmel.  

Bhima sitzt auf einem Thron. Zwei farben-frohe Pfauen und eine Lotusblüte zieren eine Seite des Throns.

Die beeindruckende Statue ist über 2,70 Meter hoch und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Trotz ihres hohen Alters hat sich ihre Bemalung sehr gut erhalten. Das liegt an einer speziellen Maltechnik: Eine Mischung aus Steinpuder, Pflanzenfarben und Naturöl machen die Farben haltbar und geben der Figur einen prachtvollen Glanz, der an Porzellan erinnert. Bhima kam per Schiffstransport über den Suezkanal nach Hamburg. Von dort ging es per LKW nach Neuenheerse. Mit im Gepäck hat Bhima drei weitere wertvolle Schnitzereien aus dem 16./17. Jahrhundert: sie zeigen die hinduistischen Götter Shiva und Ganesha sowie eine mächtige Wächterfigur, Dwarapalaka.

Dwarapalaka – eine mächtige Wächterfigur.
Detail der feinen Schnitzerei, die Ganesha zeigt.

Die Neuerwerbungen sind zentraler Bestandteil einer neuen Ausstellung, die im Mai 2019 in den St. Hubertus Helga-Hallen eröffnet werden soll. Hinzu kommen zahlreiche Exponate der bereits vorhandenen Indien- und Asienabteilung der Vereinigten Museen.

Zwei der vier großen und schweren Kisten haben die Vereinigten Museen im Wasserschloss St. Hubertus-Heerse erreicht. 

Tiefster Dank gilt dem Stifterehepaar Manfred und Helga Schröder, die aus privaten Mitteln die Figuren gekauft und der Stiftung großzügig übergeben haben. Besonders hervorzuheben ist der leidenschaftliche Einsatz der Stifter. Über Jahre hinweg verhandelten sie mit der königlichen Familie in Trivandrum/Kerala und indischen Behörden. Dabei setzten sie sich persönlicher Gefahren aus und trotzten der tropischen Hitze. Am Ende lohnen sich alle Mühen und Strapazen: Bhima ist in Neuenheerse angekommen und bereichert die Vereinigten Museen weit über die Region hinaus!