Klasse 6c des Gymnasiums St. Kaspar besucht das Wasserschloss Heerse

Mittwoch, 23.11.2016

Im Rahmen der Glaubenswerkstatt beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c mit den Dogon. Die Dogon, einer der zahlreichen Ethnien auf dem Gebiet des heutigen Mali, faszinieren durch ihre einzigartige Lebensweise: ihre Dörfer schmiegen sich entlang eines über 150 Kilometer langen Sandsteinplateaus in Felsspalten, Terrassen und Höhlen. Bei den Dogon, von denen die meisten noch einer traditionellen Stammesreligion nachgehen, vermischen sich Glaubens- und Lebenswelt sehr stark. Alle Gegenstände sind beseelt, denn die Ahnen brachten sie in die Welt. Mythische und religiöse Schnitzereien finden sich auf zahlreichen Dingen – so auch auf den meisten Türen der Hirsespeicher. Und genau diese untersuchte die Klasse 6c. Ziel war es, das alltägliche und religiöse Leben der Dogon zu erkunden. Die Hirsespeichertüren bieten sich an, denn sie sprechen gleich mehrere Bereiche der Dogon an. Sie erzählen vom anstrengenden Hirseanbau auf kargen Böden, von der Wichtigkeit der Ernte, die ein ganzes Jahr ausreichen muss und von den Glaubensvorstellungen, die auf den Türen wiedergeben werden.

Die Sammlung im Wasserschloss Heerse besitzt gleich mehrere Türen der Dogon. Ralf Mahytka, neuer Geschäftsführer bei der Kulturstiftung Generalhonorarkonsul Manfred O. Schröder und Helga Schröder, erläuterte eine besonders reich verzierte Tür. Diese zeigt mehrere Bildfelder, in denen Tänzer mit kanaga-Masken, Ahnenfiguren, mythologische Tiere und Szenen aus dem vergangenen und gegenwärtigen Leben zu sehen sind, so auch zwei Frösche, die einen der acht Urahnen der Dogon symbolisieren.

Für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Kaspar war der Besuch im Wasserschloss ein faszinierendes Erlebnis. Darüber freut sich auch Ralf Mahytka und bedankt sich ganz besonders bei Doris Salmen und Matthias Nadenau, die die Klasse als Lehrer begleiteten. Beiden hat die Zusammenarbeit mit dem Museum sehr gut gefallen. Und das ist sehr wichtig! Denn schließlich soll das Wasserschloss Heerse in Zukunft ein außerschulischer Lernort werden.

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Auf dem Foto (v.l.n.r.) Ralf Mahytka, Franziska Roth, Leni Pieperling und Noah Schwanitz.

Foto:   M. Nadenau