Leben im Dienste zweier Nationen – Viele Jahrzehnte schon ist Manfred Schröder Diplomat im Auftrag der Republik Ghana

06. August 2010
Westfalen-Blatt Nr. 181
Wolfgang Braun

Seit 45 Jahren ist Manfred Schröder (85) Honorargeneralkonsul der Republik Ghana. „Im Grunde kann ich 50-jähriges Dienstjubiläum feiern, denn ich arbeite schon seit fünf Jahrzehnten für diese afrikanische Land“, sagt er. Für die heimische Region bedeutsam wurden Manfred Schröder und seine Frau Helga mit der Gründung der gleichnamigen Kulturstiftung, die Trägerin der Museen im restaurierten Wasserschloss in Neuenheerse ist.

Honorargeneralkonsul Schröder in seinem Arbeitszimmer in Dortmund

Honorargeneralkonsul Schröder in seinem Arbeitszimmer in Dortmund

Wichtige Kontakte knüpfte der in Plettenberg (Sauerland) Geborene schon während seines Studiums in London. Dort lernte er Kwame Nkrumah, den späteren Staatsgründer von Ghana kennen. Die ehemalige britische Kronkolonie Goldküste wurde 1967 unabhängig. Formell ernannt wurde Schröder zum Konsul von Ghana im September 1965. Gleichzeitig wurde er auch als Honorarkonsul vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland akkreditiert. Damit wurde Mitglied des diplomatischen Korps und genießt Immunität. „Doch auch davor schon habe ich deutschen Firmen Exportchancen in Ghana vermittelt und umgekehrt der Republik Ghana Ausführmöglichkeiten in die Bundesrepublik Deutschland eröffnet“, sagt er. Mittlerweile ist er der dienstälteste noch aktive Generalhonorarkonsul Deutschlands. Alle Botschafter des afrikanischen Landes hat er bei den Ministerpräsidenten der Länder, bei Universitäten und anderen interessierten Kreisen eingeführt. Der vielfach ausgezeichnete Diplomat konnte und kann einige höchst prominente politische Persönlichkeiten als Freunde bezeichnen. So verband ihn eine enge Freundschaft mit Franz-Josef Strauß – und verbindet ihn mit dem früheren UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Ganz besonders stolz ist Schröder darauf, dass ihn Papst Benedikt XVI. zu einer 15-minütigen Audienz empfangen hatte. Im ohne öffentliche Zuschüsse renovierten Wasserschloss Heerse hat die Kulturstiftung Manfred Schröder und Helga Schröder verschiedene Museen untergebracht. Viele Stücke der ethnographischen, der kolonialgeschichtlichen und der naturkundlichen Sammlung hat das Ehepaar Schröder von Ihren Weltreisen mitgebracht.

E h r u n g e n

Manfred Schröder war nahezu zwei Jahrzehnte Kurator der Europäischen Handelskammern von Mexiko und Honduras. Nach Aufgabe dieser Ämter wurde er ausgezeichnet mit der Cámara Mexicana de Comercio „Merito Commercial 1. Clase“. Im Laufe seiner Aktivitäten erhielt er weitere Auszeichnungen wie die Lilie von Navarra „Supremus Ordo a lilio regne Navarrae“ sowie den Kronen Orden der Balearen mit dem Grad eines Großkreuzritters „Cavaliere di Gran Croce“. Auch durch den Graf Sporck´schen St. Hubertusorden wurde er zum Großkreuzritter ernannt. Schröder wurde 2009 von der Auslandsgesellschaft Deutschland mit der höchsten zu vergebenden Auszeichnung geehrt. „Sie haben mitgeholfen, Ghana in die Unabhängigkeit zu führen. Nach dem vielen politischen Auf und Ab waren Sie derjenige, der blieb, wenn andere gingen. Sie sind die Konstante für dieses Land, für ein Land zwischen Militärregierung und Demokratie. Viele Jahrzehnte Kampf für einen besseren Lebensstandard, Kampf für mehr Studienplätze, für eine bessere medizinische Versorgung, ein Kampf für Menschen in existenzieller Not. Ihr Kampf für eine bessere Welt!“, so der Präsident der Auslandsgesellschaft, Heinz Fennekold in seiner Laudatio.