Nach langer Pause öffnen die Vereinigten Museen wieder ab September!

  • Gruppen von 8-10 Personen werden nach vorheriger frühzeitiger Anmeldung von einem/einer unserer Museumsführer/-innen wie bisher durch die Ausstellungen geführt.
  • Größere Gruppen werden abhängig von der Teilnehmerzahl ebenfalls nach Anmeldung auf zwei oder mehr Museumsführer/-innen aufgeteilt, um die Hygienevorgaben einzuhalten.

Öffentliche Führungen werden ab dem 05. September ebenfalls wieder jeden Samstag um 14.00 Uhr angeboten.Bitte beachten: Öffentliche Führungen finden erst ab einer Personenanzahl von 4 Personen statt.

Auf Grund der zeitweisen, coronabedingten Schließung der Vereinigten Museen, verlängern wir die Saison der öffentlichen Führungen über den 31. Oktober hinaus bis einschließlich Samstag, den 19. Dezember 2020!

Aus gegebenem Anlass bitten wir auch hier zur besseren Planung um vorherige Anmeldung bis spätestens freitags 11:00 Uhr per E-Mail oder unter der Telefonnummer 05259 / 930 333.

Änderungen dieser Angaben sind jederzeit mit Blick auf die aktuelle Coronasituation möglich! Dies werden wir dann umgehend an dieser Stelle mitteilen.

Bitte denken Sie an Ihren Mund-Nase-Schutz und an das Einhalten der Abstandsregeln. Herzlichen Dank!

Die Vereinigten Museen und das ganze Team freuen sich auf Ihren Besuch!

Neuigkeiten 2020

Dorf bekommt seinen Wald zurück

Neuenheerse: Manfred und Helga Schröder kaufen 106 Hektar Fläche für Kulturstiftung

 

Von Sabine Robrecht

Bad Driburg-Neuenheerse (WB). Der Kulturort Neuenheerse bei Bad Driburg hat seinen Stiftswald wieder. Diese freudige Nachricht überbringen Generalhonorarkonsul Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga den Bürgerinnen und Bürgern des Dorfes. Die Eheleute haben für die von ihnen gegründete Kulturstiftung die 106 Hektar großen Waldflächen zurückgekauft, die fast 1000 Jahre lang zu den Ländereien des Hochadeligen Freiweltlichen Damenstifts Heerse gehört hatten.

Großer Tag für Neuenheerse

„Dies ist ein großer Tag für Neuenheerse“, konstatierte Generalkonsul Schröder bei der feierlichen Unterzeichnung des Kaufvertrages in der Hubertushalle des von ihm vor mehr als 30 Jahren erworbenen und ausschließlich mit privaten Mitteln denkmalgerecht restaurierten Wasserschlosses neben dem Eggedom. „Wir möchten dem Dorf seinen Wald zurückgeben“, bringt das Ehepaar Schröder seine Beweggründe für den Kauf auf den Punkt. Der Kulturort und seine gedeihliche Entwicklung liegen beiden am Herzen. Deshalb haben sie sich mit einer eigens gegründeten Stiftung für den Erhalt des Gymnasiums St. Kaspar und erst kürzlich für die neu gegründete private Grundschule St. Walburga eingesetzt. Die großzügige finanzielle Zuwendung ist in die moderne Sanierung des Grundschulstandorts geflossen. „Wir freuen uns sehr, dass die Jüngsten in Neuenheerse weiterhin lernen können und dass auch das renommierte Gymnasium das Dorf als attraktiven Bildungsstandort stärkt.“

Mit dem Wald geben die Eheleute Schröder dem Dorf nun zurück, was annähernd 1000 Jahre zu Neuenheerse gehört hatte. Denn im Jahr 868 tauschten die Gründer des Stifts Heerse, die heilige Walburga und ihr Bruder Liuthard, ihr Privatvermögen gegen Ländereien in der Egge. Fast 1000 Jahre lebten das Stift und das darum entstandene Dorf von diesen Gütern. Nach dem jähen Ende durch die Säkularisation 1810 wurde ein Teil des Waldes der Gemeinde Neuenheerse überschrieben. Bei der kommunalen Neugliederung ging er an die Stadt Bad Driburg über, die den Wald 1997 an einen Privateigentümer verkaufte.

Wald wird Stiftung stärken

Das Ehepaar Schröder erwarb den Wald nun von der Familie Albers, Gut Frielinghausen bei Meschede. Da er der Kulturstiftung übertragen ist, hat Neuenheerse nach 210 Jahren nun wieder einen Stiftswald. „Er wird fortan unveräußerlich sein“, betont Generalkonsul Schröder. „Dieser Tag ist ein historisches Datum in der Geschichte unseres Kulturortes“, ordnete Kuratoriumsmitglied Bernfried Jacobi bei der feierlichen Vertragsunterzeichnung den Kauf als bedeutend ein. Dr. Josef Lammers vom Stiftungsvorstand hob hervor, dass der Wald die Stiftung auf Dauer stärken wird. „Wir sind dem Ehepaar Schröder für diese großzügige Zustiftung sehr dankbar.“

Beispielloses Engagement

Heiko Bulk, Vorsitzender des Bezirksausschusses, brachte ebenfalls seinen Dank und seine Wertschätzung für das jahrzehntelange Engagement des Generalkonsuls und seiner Ehefrau zum Ausdruck. Beide haben, wie er hervorhob, Kulturgeschichte geschrieben und gehören zum Ort mit dazu. Das habe der Kauf des Waldes einmal mehr nachdrücklich unterstrichen.

Karl-Heinz Schwarze, ebenfalls Vorstandsmitglied der Kulturstiftung, würdigte Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga als „Förderer lebenswichtiger Infrastruktur in und um Neuenheerse“. „Danke, dass Sie sich seit 1989 für Neuenheerse entschieden haben“, blickte er auf die Zeit zurück, als das Stifterehepaar mit dem Erwerb des Schlosses, der Restaurierung des Renaissance-Juwels und der Einrichtung der Vereinigten Museen den Grundstein für sein beispielloses Wirken in Dorf und Region gelegt hat.

Forstamtsrat Wilfried Drüke, ehemaliger Revierförster, hat die Verhandlungen zum Kauf des Stiftswaldes fachkompetent begleitet. Er wird die Bewirtschaftung leiten und freut sich, dass klimageschädigte Teile nun nachhaltig wieder aufgeforstet werden können.

Bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages waren neben den Vertragspartnern die Vorstandsmitglieder der Kulturstiftung, Dr. Josef Lammers, Udo Bernsmann und Karl-Heinz Schwarze, anwesend. Wilfried Drüke, Bernfried Jacobi und Thomas Wunram vertraten das Stiftungskuratorium. Bezirksausschussvorsitzender Heiko Bulk gehörte ebenfalls zu den Gästen. Auf besonderem Wunsch der Stifter waren Pater Josef Klingele und Karl-Heinz Rustemeyer als verdiente Bürger von Neuenheerse zur Feierstunde eingeladen.

Denkmal im Schlosspark

Das Ehepaar Schröder möchte als Reminiszenz an den Rückkauf des Waldes einen großen Gedenkstein mit gravierter Inschrift im Park des Wasserschlosses aufstellen. „Dieses Denkmal soll künftige Generationen an das Zustandekommen des Kaufvertrages, das Datum der Unterzeichnung und somit an die Heimkehr des Stiftswaldes erinnern.“

Schulkinder Grundschule St. Walburga erleben den Globus im benachbarten Wasserschloss vor Beginn der Sommerferien 2020

Die Familie Generalkonsul Manfred O. und Helga Schröder ist ein großer Förderer der privaten Grundschule St. Walburga Neuenheerse. Gern folgten nun zum zweiten Mal Grundschüler/innen von St. Walburga einer Einladung der Familie Schröder, die vielfältige Museumslandschaft zu besuchen.

Wenn die Mädchen und Jungen der Grundschule St. Walburga Neuenheerse um den Globus reisen  wollen, dann müssen sie keinen Flieger besteigen. Denn die ganze Welt ist unweit der Klassenzimmer - im benachbarten Was-serschloss St. Hubertus mit seinen Vereinigten Museen - in einzigartiger und sehenswerter Vielfalt zuhause. Selbst wenn man nicht zum ersten Mal im Schloss ist, entdeckt man immer wieder etwas Neues. Einheimische und fremde Tiere aus der ganzen Welt sind über mehrere Etagen im Wasserschloss aufmerksam zu betrachten. Löwen, Schlangen, Antilopen, Bären, Schildkröten, Bison, Leopard, Elch und Gartenvögel (Amsel, Buntspecht, Elster, Drossel, etc.) geben sich ein Stelldichein. Auch eine Zeitreise in die (Schul-) Geschichte, im Dachgeschoss untergebracht- lässt die Kinder ins Staunen geraten. Waschbecken an Waschbecken stehen in einer Reihe. Diese stammen noch aus der Zeit des Internats des Gymnasiums St. Kaspar. Die Kinder von St. Walburga bekommen allesamt ganz große Augen, als sie in den früheren Internatsräumen im Schloss drei Reihen alte Schulbänke entdecken. Sie setzen sich hinein, nehmen die Schiefertafel zur Hand, öffnen die Klappe des Einlasses für das Tintenfass und lassen ihren Gedanken freien Lauf. „Eigentlich ist es hier doch gemütlich“, findet Emily, als sie die Schulbank von anno dazumal drückt. Die kurze „Weltreise“ vor den Ferien macht viel Freude und ist ein gelungener Abschluss zum Schuljahresende.

Im Vorstand des Trägervereins St. Walburga wird deshalb überlegt, eine Konzeption für  Schulkinderführungen zu erarbeiten. Mit diesem Leitfaden für kindgerechte Führungen möchte der Trägerverein seinen Beitrag dazu leisten, Neuenheerse als Kulturort zu stärken und benachbarten Schulen dieses Erlebnis zu empfehlen.“