Das Stifterehepaar

WESTFALEN-BLATT von Donnerstag, 15.Oktober 2020 mit freundlicher Genehmigung des Westfalen-Blatts

„Feierstunde im Rathaussaal – Anerkennung für soziales Engagement – Neuenheerse als Kulturort überregional profiliert Generalkonsul Manfred Schröder ist jetzt Ehrenbürger von Bad Driburg
Von Michael Robrecht

Bad Driburg/Neuenheerse (WB). Der Rat der Stadt Bad Driburg hat Generalkonsul a.D. Manfred O. Schröder (95) das Ehrenbürgerrecht verliehen. Im Rathaussaal von Bad Driburg überreichte Bürgermeister Burkhard Deppe am Mittwochabend die Urkunde. Wegen der Corona-Pandemie wurde auf eine größere Feier in Neuenheerse in der Gemeindehalle verzichtet und die Übergabe im kleinen Kreis im Rathaus vorgenommen. Nur gut 40 Gäste konnten dabei sein.

Vor 30 Jahren kauften Generalhonorarkonsul Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga das Wasserschloss samt Torhaus und gaben den Kulturen der Welt in Neuenheerse ein repräsentatives museales Zuhause. Das Ehepaar schuf im Schloss und in den 2016 auf dem Gelände errichteten St. Hubertus Helga-Hallen eine Museumslandschaft, die ihresgleichen sucht und Neuenheerse als Kulturort überregional profiliert.

„Das Ehrenbürgerrecht ist die höchste Form der Ehrung, die eine Stadt zu vergeben hat. In Bad Driburg wurde dieses Recht nur sehr zurückhaltend verliehen und diese Ehre nur wenigen Mitbürgern zuteil. Der Rat hat Ehrenbürgerwürden stets an Menschen verliehen, die Großartiges auf bürgerschaftlichem, kulturellem, wirtschaftlichem oder politischem Gebiet geleistet haben“, erläuterte Burkhard Deppe und stellte fest: „Sie haben sich um unsere Großgemeinde verdient gemacht.“

Der Ehrungsvorschlag des Bürgermeisters hat im Rat einstimmige Zustimmung gefunden. „Ein solches Engagement ist keineswegs selbstverständlich; zumal, wenn das Engagement nur einer Person sich auf viele unterschiedliche Bereiche erstreckt und einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten umfasst. Seit über 30 Jahren hat die Stadt Bad Driburg in Generalhonorarkonsul Schröder, der in seinem Haus in Dortmund seinen Ruhestand verbringt, einen Förderer, der Kulturgüter von höchster Güte im Stadtgebiet erhält und in fünf von ihm neu eingerichteten Museen mit 20.000 Exponaten Weltkulturen erlebbar macht“, lobte Burkhard Deppe.

Der Bürgermeister sagte in der Laudatio weiter: „Es gibt sicherlich nur wenige Persönlichkeiten, die hingebungsvoll einen so verantwortungsvollen Beruf 50 Jahre lang ausüben und dabei noch mehrere Stiftungen, davon zwei für Neuenheerse, ins Leben rufen. Durch die Umwandlung ihres Privatbesitzes in eine Stiftung haben Sie Ihre Lebensleistung an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bad Driburg und des Kreises Höxter uneigennützig übertragen, was große Beachtung findet. Eine dauerhafte finanzielle Sicherung dieser Kulturgüter ist durch die materielle Ausstattung der Stiftung gegeben, so dass ohne öffentliche Mittel deren Fortbestand gewährleistet ist. Sie haben damit der Stadt Bad Driburg Millionenwerte aus seinem Privatbesitz zukommen lassen.“

Durch die Museumslandschaft und mit vielen internationalen Verbindungen habe Schröder zudem höchste Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Kirchen, Wissenschaft und Verbänden zu Botschaftern der Kultur- und Badestadt gemacht. Das Ehepaar Schröder habe durch großherzige Spenden und die Einrichtung der St.-Kaspar-Stiftung den Ruf Bad Driburgs als Bildungs- und Schulstadt gefestigt. „Identitätsstiftend für die Großgemeinde und insbesondere Neuenheerse waren auch Ihr Engagement bei der Gründung der Grundschule St. Walburga und der Rückkauf vom 106 Hektar früherer Stifts-Waldfläche in diesem Jahr. Sie haben uns und vor allem den Neuenheersern damit ein Stück identitätsstiftende Heimat zurückgegeben“, sagte Deppe.

Erwähnt wurde auch der mehr als 50-jährige Einsatz als Generalhonorarkonsul für den afrikanischen Staat Ghana und die Beiträge zur Völkerverständigung im Rahmen eines weit verzweigten Netzwerkes. „Was Sie antreibt, verehrter Herr Schröder, ist Pflichterfüllung im Sinne eines aktiven, positiven Wirkens. Das verdeutlicht den hohen Anspruch, den Sie immer an sich selbst gestellt haben. Sie fördern das Allgemeinwohl und engagieren sich in einem Maße für die Allgemeinheit, die es verdient, mit der Ehrenbürgerschaft gewürdigt zu werden. Stadt und Bürgerschaft haben Ihnen viel zu verdanken“, unterstrich Bürgermeister Deppe.

Für Neuenheerse sprach Ratsherr Heiko Bulk: „Ich gratuliere zu dem Titel Ehrenbürger der Stadt Bad Driburg. Dies ist heute ein Tag und eine Möglichkeit, Ihnen, für ihre Unterstützungen und Mühen der vergangenen Jahrzehnte zu danken! Sie haben immer einen großen Anteil am kulturellen Geschehen unseres Ortes gehabt – ein Glücksfall für Neuenheerse.“

Fotos: Michael Robrecht

Stiftswald wird noch ein Stück größer

Ehrenring aus Neuenheerse für Helga Schröder

WESTFALEN-BLATT von Freitag, 16. Oktober 2020 mit freundlicher Genehmigung des Westfalen-Blatts

Von Michael Robrecht

Bad Driburg/Neuenheerse(rob). Der Kulturort Neuenheerse bei Bad Driburg hat seinen Stiftswald wieder. Diese freudige Nachricht hatten Generalhonorarkonsul Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga den Bürgerinnen und Bürgern des Dorfes kürzlich mitgeteilt (wir berichteten).

Die Eheleute haben  für ihre  Kulturstiftung die 106 Hektar großen Waldflächen zurückgekauft, die fast 1000 Jahre  zu den Ländereien des Hochadeligen Freiweltlichen Damenstifts Heerse gehört hatten.

Schild überreicht

Während der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Konsul Schröder am Mittwoch im Rathaussaal wurde nun bekannt gegeben, dass ein weiteres Waldstück unmittelbar in der Nähe des  Stiftwaldes  von den Eheleuten Schröder zusätzlich erworben worden sei. Vor der Feier in Bad Driburg sei  der Kaufvertrag in Schloss Neuenheerse unterzeichnet worden.

Die Neuenheerser Delegation mit dem Ortsausschussvorsitzenden Heiko Bulk an der Spitze freute sich, dass der Ort „seinen Wald“ wieder habe. Bulk überreichte Manfred Schröder nicht nur ein Schild „Konsul Schröder Platz“, das im Ort aufgestellt werden soll, sondern übergab an Helga Schröder einen außergewöhnlichen Neuenheerse-Ring mit Gravuren, die auf den Kulturort hinweisen.

„Auf dem Ring sind symbolhaft das Wasserschloss Heerse, die Stiftskirche, die Kluskapelle, der historische Damensattel sowie das Neuenheerse-Wappen abgebildet. Es würde mich und uns freuen, wenn Sie dieses Geschenk als ein Signal  unserer Wertschätzung verstehen würden.

Nochmals vielen Dank an die Eheleute Schröder und für alles, was Sie für uns getan haben“, sagte Bulk.

„Durch den Bau des neuen Museums ‚St. Hubertus Helga-Hallen‘ und die Schlosssanierung für viele Millionen Euro  haben Sie zudem zum guten Ansehen unseres Ortes beitragen und somit für ein gutes Image der Stadt Bad Driburg gesorgt –  und das weit über die Grenzen unserer Region hinaus“, sagte Bulk in seiner Ansprache.

Neben der Laudatio  von Bürgermeister Burkhard Deppe (Bericht vom Donnerstag) sprachen Dr. Josef Lammers (Vorsitzender Vorstand Kulturstiftung) und  Pater Thomas Wunram (Vorsitzender Kuratorium Schröder-Stiftung). Helga Schröder trug die Ehrenbürgerrede für ihren Mann vor. Konsul Schröder trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Er übergab ein Portrait für die Galerie der Ehrenbürger im Rathaussaal. Für die musikalische Umrahmung  sorgte das Collegium Clarino mit Thies Keuser, Marcus Wischer, Jaqueline Dreier und Wilfried Drüke.“

Dorf bekommt seinen Wald zurück

Neuenheerse: Manfred und Helga Schröder kaufen 106 Hektar Fläche für Kulturstiftung

 

Von Sabine Robrecht

Bad Driburg-Neuenheerse (WB). Der Kulturort Neuenheerse bei Bad Driburg hat seinen Stiftswald wieder. Diese freudige Nachricht überbringen Generalhonorarkonsul Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga den Bürgerinnen und Bürgern des Dorfes. Die Eheleute haben für die von ihnen gegründete Kulturstiftung die 106 Hektar großen Waldflächen zurückgekauft, die fast 1000 Jahre lang zu den Ländereien des Hochadeligen Freiweltlichen Damenstifts Heerse gehört hatten.

Großer Tag für Neuenheerse

„Dies ist ein großer Tag für Neuenheerse“, konstatierte Generalkonsul Schröder bei der feierlichen Unterzeichnung des Kaufvertrages in der Hubertushalle des von ihm vor mehr als 30 Jahren erworbenen und ausschließlich mit privaten Mitteln denkmalgerecht restaurierten Wasserschlosses neben dem Eggedom. „Wir möchten dem Dorf seinen Wald zurückgeben“, bringt das Ehepaar Schröder seine Beweggründe für den Kauf auf den Punkt. Der Kulturort und seine gedeihliche Entwicklung liegen beiden am Herzen. Deshalb haben sie sich mit einer eigens gegründeten Stiftung für den Erhalt des Gymnasiums St. Kaspar und erst kürzlich für die neu gegründete private Grundschule St. Walburga eingesetzt. Die großzügige finanzielle Zuwendung ist in die moderne Sanierung des Grundschulstandorts geflossen. „Wir freuen uns sehr, dass die Jüngsten in Neuenheerse weiterhin lernen können und dass auch das renommierte Gymnasium das Dorf als attraktiven Bildungsstandort stärkt.“

Mit dem Wald geben die Eheleute Schröder dem Dorf nun zurück, was annähernd 1000 Jahre zu Neuenheerse gehört hatte. Denn im Jahr 868 tauschten die Gründer des Stifts Heerse, die heilige Walburga und ihr Bruder Liuthard, ihr Privatvermögen gegen Ländereien in der Egge. Fast 1000 Jahre lebten das Stift und das darum entstandene Dorf von diesen Gütern. Nach dem jähen Ende durch die Säkularisation 1810 wurde ein Teil des Waldes der Gemeinde Neuenheerse überschrieben. Bei der kommunalen Neugliederung ging er an die Stadt Bad Driburg über, die den Wald 1997 an einen Privateigentümer verkaufte.

Wald wird Stiftung stärken

Das Ehepaar Schröder erwarb den Wald nun von der Familie Albers, Gut Frielinghausen bei Meschede. Da er der Kulturstiftung übertragen ist, hat Neuenheerse nach 210 Jahren nun wieder einen Stiftswald. „Er wird fortan unveräußerlich sein“, betont Generalkonsul Schröder. „Dieser Tag ist ein historisches Datum in der Geschichte unseres Kulturortes“, ordnete Kuratoriumsmitglied Bernfried Jacobi bei der feierlichen Vertragsunterzeichnung den Kauf als bedeutend ein. Dr. Josef Lammers vom Stiftungsvorstand hob hervor, dass der Wald die Stiftung auf Dauer stärken wird. „Wir sind dem Ehepaar Schröder für diese großzügige Zustiftung sehr dankbar.“

Beispielloses Engagement

Heiko Bulk, Vorsitzender des Bezirksausschusses, brachte ebenfalls seinen Dank und seine Wertschätzung für das jahrzehntelange Engagement des Generalkonsuls und seiner Ehefrau zum Ausdruck. Beide haben, wie er hervorhob, Kulturgeschichte geschrieben und gehören zum Ort mit dazu. Das habe der Kauf des Waldes einmal mehr nachdrücklich unterstrichen.

Karl-Heinz Schwarze, ebenfalls Vorstandsmitglied der Kulturstiftung, würdigte Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga als „Förderer lebenswichtiger Infrastruktur in und um Neuenheerse“. „Danke, dass Sie sich seit 1989 für Neuenheerse entschieden haben“, blickte er auf die Zeit zurück, als das Stifterehepaar mit dem Erwerb des Schlosses, der Restaurierung des Renaissance-Juwels und der Einrichtung der Vereinigten Museen den Grundstein für sein beispielloses Wirken in Dorf und Region gelegt hat.

Forstamtsrat Wilfried Drüke, ehemaliger Revierförster, hat die Verhandlungen zum Kauf des Stiftswaldes fachkompetent begleitet. Er wird die Bewirtschaftung leiten und freut sich, dass klimageschädigte Teile nun nachhaltig wieder aufgeforstet werden können.

Bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages waren neben den Vertragspartnern die Vorstandsmitglieder der Kulturstiftung, Dr. Josef Lammers, Udo Bernsmann und Karl-Heinz Schwarze, anwesend. Wilfried Drüke, Bernfried Jacobi und Thomas Wunram vertraten das Stiftungskuratorium. Bezirksausschussvorsitzender Heiko Bulk gehörte ebenfalls zu den Gästen. Auf besonderem Wunsch der Stifter waren Pater Josef Klingele und Karl-Heinz Rustemeyer als verdiente Bürger von Neuenheerse zur Feierstunde eingeladen.

Denkmal im Schlosspark

Das Ehepaar Schröder möchte als Reminiszenz an den Rückkauf des Waldes einen großen Gedenkstein mit gravierter Inschrift im Park des Wasserschlosses aufstellen. „Dieses Denkmal soll künftige Generationen an das Zustandekommen des Kaufvertrages, das Datum der Unterzeichnung und somit an die Heimkehr des Stiftswaldes erinnern.“

Partnerschaftsvertrag zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Republik Ghana

Als John Kufuor Präsident wurde, erlebte ich den Höhepunkt meiner dienstlichen Laufbahn. Es war das Zustandekommen des Staatsvertrages zwischen der Republik Ghana und dem Land Nordrhein-Westfalen. Der damalige Ministerpräsident des Landes NRW, Dr. Jürgen Rüttgers, hatte mich gebeten, einen solchen Vertrag auszuhandeln. Ich ging an die Arbeit.

Ich habe dem Präsidenten von Ghana das Anliegen vorgetragen und er sagte: „Junge, wenn Du das zustande bringst, das ist ein großer Erfolg für Ghana.“

Nach einjähriger harter Arbeit und der Beseitigung aller nur möglichen Schwierigkeiten ist mir die Erstellung des Vertrages gelungen, teilweise mit Hilfe des damaligen Ministers für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Herrn Armin Laschet.

Die Unterzeichnung fand am 5. November 2007 im gläsernen Post-Tower in Bonn statt. Für Ghana unterzeichnete in Anwesenheit des Kardinals Peter Turkson aus Ghana der Außenminister Akwasi Osei Adjei. Von deutscher Seite unterschrieb Dr. Jürgen Rüttgers. Dieser dankte mir, mich an beiden Händen nehmend, ganz herzlich, dass ich diese Großtat vollbracht hatte.

Auch Präsident John Kufuor gab in Ghana einen Staatsempfang zu meinen Ehren, anlässlich der erfolgreichen Verhandlungen zum Partnerschaftsvertrag zwischen Ghana und dem Land Nordrhein-Westfalen.

Dieser Partnerschaftsvertrag existiert auch heute noch. Jedes Jahr wird durch einen Festakt daran erinnert, dass dieser Pakt besteht.

Danksagungen

Aktuelle Danksagungen von Landrat Spieker und von Bürgermeister Deppe zur Verleihung der „Grand Medal of Ghana“.

Zum Lesen der PDF-Dokumente bitte das jeweilige Bild anklicken.

Staat würdigt Verdienste

Republik Ghana zeichnet Generalkonsul Manfred O. Schröder mit Ehrenmedaille aus

Mit Einverständnis des Westfalen-Blatts, erschienen am 14.07.2020

Neuenheerse/Dortmund (WB). In Würdigung seiner jahrzehntelangen Verdienste um Land und Menschen ist Generalhonorarkonsul Manfred O. Schröder jetzt von der Republik Ghana mit der „Grand Medal of Ghana“ geehrt worden. 52 Jahre lang hatte der heute 95-Jährige das Konsulat geführt. Mit der Übergabe an seinen Nachfolger Konsul Klaus Wegener vor einigen Monaten ist eine Ära zu Ende gegangen. Das Konsulat hat seinen Sitz in Dortmund.

Im Kreis Höxter haben Manfred O. Schröder und seine Ehefrau Helga mit dem Aufbau und der Ausgestaltung der Vereinigten Museen im Wasserschloss Neuenheerse außerordentliche Maßstäbe gesetzt. Im Schloss, das sie vor 31 Jahren erworben und mit erheblichen privaten Mitteln denkmalgerecht restauriert haben, und auch im 2016 errichteten Museumsneubau haben Manfred und Helga Schröder den Kulturen der Welt ein Zuhause gegeben. Natürlich lernen die Besucher auch Ghana kennen.

Das westafrikanische Land und seine Menschen liegen dem Generalkonsul seit mehr als einem halben Jahrhundert am Herzen. Als er das Konsulat übernahm, kannte kaum jemand Ghana. Es wurde Goldküste genannt. Manfred O. Schröder hat den Staatsgründer Ghanas, Dr. Kwame Nkrumah, in London kennengelernt und war der erste und einzige Konsul, der durch den Staatsgründer ernannt wurde. Generalkonsul Schröder sorgte dafür, dass Kumasi, die Hauptstadt der Ashanti-Region im Süden des Landes, mit Unterstützung der deutschen Entwicklungshilfe Frischwasser bekam. Aus diesem Grund wurde er vom König der Ashanti, Ashantehene Otumfuo Opoku Ware II., zu einem Empfang eingeladen und erhielt zum Dank eine 1,85 Meter lange Kette aus Ashantigold von einem Zentimeter Durchmesser als Geschenk. Dort lernte der Generalkonsul den späteren Präsidenten John Kufuor kennen.

In all den Jahrzehnten agierte Manfred O. Schröder weltweit und stellte viele Botschafter den jeweiligen Ministerpräsidenten von NRW – Franz Meyers, Heinz Kühn, Wolfgang Clement und Johannes Rau (später Bundespräsident) – vor.

Der damalige Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers bat den Generalkonsul, einen Partnerschaftsvertrag zwischen dem Bundesland Nordrhein-Westfalen und der Republik Ghana zustande zu bringen. Das war ihm mit Hilfe des jetzigen Ministerpräsidenten Armin Laschet gelungen. Dieser war seinerzeit Minister für Familien und Integration. Der Partnerschaftsvertrag wurde im Posttower in Bonn unterzeichnet. Präsident John Kufuor gab in Ghana einen Staatsempfang zu Ehren von Generalkonsul Schröder anlässlich der erfolgreichen Vertragsverhandlungen. NRW hat, so Manfred O. Schröder, den größten Anteil von ghanaischen Bürgern in Deutschland. Die Community umfasst etwa 20.000 Menschen.

Generalkonsul Schröder hat auch viele Botschafter bei der Staatskanzlei in München eingeführt und sie den Ministerpräsidenten von Alfons Goppel über Franz Josef Strauß bis Edmund Stoiber vorgestellt. Mit Strauß verband Schröder eine Freundschaft, ebenfalls mit dem Staatsminister für Justiz, Dr. Karl Hillermeier.

Die Stadt Dortmund hatte auf Empfehlung von Generalkonsul Manfred O. Schröder den ersten offiziellen Staatsbesuch nach dem Krieg von Professor. Dr. Busia aus Ghana . Dieser war auch der erste, der sich in das „Goldene Buch“ der Stadt Dortmund eingetragen hat.

Die jeweiligen Botschafter hat Generalkonsul Schröder in Gesamtdeutschland vorgestellt, um Wirtschaftskontakte herzustellen, wie zum Beispiel bei sämtlichen Schokoladenfabriken, um den Verkauf von Kakao aus Ghana zu fördern, bei MTU in Friedrichshafen, bei Orenstein und Koppel, bei Krupp, bei Zeppelin in Friedrichshafen, bei Kaisers Aluminium in Koblenz und bei Daimler Benz in Stuttgart. „Ich hatte beste Verbindungen und regen Austausch mit der Ghana-Botschaft in Washington“, erinnert sich Generalkonsul Schröder. Viele deutsche Unternehmen haben sich durch seine Vermittlung in Ghana angesiedelt.

Generalkonsul Schröder hat auch zahlreichen jungen Leuten zu einer Ausbildungsstelle in Deutschland verholfen – bei der Ruhrkohle, bei Hoesch, bei den Verkehrsbetrieben der Stadt Dortmund, bei sonstigen Industrieunternehmungen und bei sämtlichen Dortmunder Brauereien, aber auch bei verschiedenen Krankenanstalten. Er war auch maßgeblich an der Einrichtung eines Austauschprogramms für Studenten (SPRING) zwischen den Universitäten in Dortmund und Kumasi beteiligt.

Zur Erinnerung an die Republik Ghana und seine Tätigkeiten als Generalkonsul hat Manfred O. Schröder ein in Granit gemeißeltes Emblem der Republik Ghana am Eingang zum Schloss – Hubertushalle – ins Mauerwerk vertieft anbringen lassen. Die hohe Auszeichnung, die hochverdiente Persönlichkeiten wie Kofi Annan, ehemaliger Generalsekretär der Vereinigten Nationen, und General Kotoka, Oberbefehlshaber der Streitkräfte, ebenfalls erhalten haben, freut Manfred O. Schröder sehr. Mit General Kotoka, nach dem der Hauptflughafen von Ghana – „Kotoka International Airport“ – benannt ist, war er befreundet.